| Sehenswürdigkeiten in Joinville |
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Joinville ist berühmt für seine deutsch-brasilianische Kultur. Die Mehrheit der Einwohner der Stadt besteht aus Nachkommen deutscher Einwanderer, die zwischen 1850 und 1910 aus Böhmen und dem Hunsrück nach Brasilien kamen. Heute sprechen nur noch 4 Prozent aller Deutsch-Brasilianer Deutsch, verständigen müssen wird man sich also in Joinville vornehmlich auf
Portugiesisch oder Englisch. Merkmale deutscher Kultur und Lebensart sind dagegen in Joinville immer noch allgegenwärtig und hoch angesehen. Auf den Erhalt deutscher Traditionen wird grossen Wert gelegt, und so zieren saubere und gut beleuchtete Strassen, tradtionelle Fachwerkbauten und davon inspirierte moderne Archiktetur, adrette Grünflächen und Blumenbeete das Stadtbild. Einen ersten Überblick verschafft man sich am Besten durch einen Besuch des Morro da Boa Vista, dem Aussichtspunkt Joinvilles, von dem aus man aus 250 Meter Höhe eine 360-Grad Aussicht auf die Stadt und ihre Umgebung geniessen kann.
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Joinvilles gehört der Palácio dos Príncipes, ein Prunkbau aus der brasilianischen Kaiserzeit um 1870 mit hundertjährigen Palmen. Hier befindet sich auch das Nationalmuseum der Immigration und Kolonisation, in dem interessierte Besucher sich über europäsiche Einwanderer und ihre Integration in Brasilien informieren können. Etwa 5000 Austellungstücke, darunter auch Möbel, Kostüme und Kutschen aus dem 19. Jahrhundert erklären, wie und warum die Einwanderer einst nach Brasilien kamen und wie sich die damalige Colônia Dona Francisca zur heutigen Industrie- und Messestadt Joinville entwickelte. Das Museum ist auch an Sonn und Feiertagen geöffnet und ein Besuch lohnt sich.Weitere Zeugnisse deutscher Präsenz finden sich unter anderem im Casa da Cultura, im Casa da Memória do Imigrante und im Casa Fritz Alt. Im Archäologischen Museum der Stadt, dem Museu do Sambaqui , lernt man Interessantes über die Ureinwohner von Santa Catarina und die Zeit vor der Entdeckung Amerikas. Demnach lebte es sich in Joinville auch vor rund 5000 Jahren schon sehr gut. Im Stadtgebiet existieren etwa 40 Fundorte so gennanter "Sambaquis", gigantische Berge von Austern- und Krebsschalen, von den Ureinwohnern als Statussymbole über Jahrhunderte hinweg angehäuft. Sie hatten das Privileg nach der Abklingen der letzten Eiszeit als erste die eiweissreichen Mangrovenwälder der brasilianischen Küste für sich beanspruchen zu können und verlebten vermultlich mehrere Tausend Jahre unter paradiesähnlichen Umständen. Wie man hier sehen kann, kommt die heutige Stellung Joinvilles als grösster Konsument von Krebsen und Krabben in Santa Catarina keineswegs von ungefähr. Gelegenheit zur Erkundung der schönen Babitonga Bucht und ihrer 14 Inseln bieten Rundfahrten mit der "Principe de Joinville", einem mit allen Komforts ausgestatter Binnenkreuzer.für 350 Personen. Hinzu kommen einige Parks, in denen es sich herrlich entspannen lässt, und der Parque Zoobotânico Joinville, ein Botanischen Garten mit integriertem Zoo. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Bolschoi Ballettschule, die einzige ausserhalb Russlands und der deutsche Bahnhof von 1910, um nur wenige zu nennen. Für Spass und Unterhaltung sorgen die vielen Festivals von Joinville. Landesweit berühmt und viel besucht sind das im Juli stattfindende Festival de Dança, das grösste Tanzfestival Lateinamerikas, das Fenachopp, eine lokale Version des Oktoberfests und das Blumenfest Festa das Flores im November. Weniger bekannt aber dafür nicht minder unterhaltsam sind das Tirovillefest und das Vinvenetto. Zusätzlich abgerundet wird das kulturelle Angebot der Stadt durch das reichhaltige Unterhaltungsprogramm im Rahmen der vielen in hier veranstalteten Messen und Konferenzen. |
